4. Ausgabe

Ramog aktuell

Mitgliederrundschreiben 2/2004

Dieser Artikel gibt in gekürzter und datenschutzrechlich überarbeiteter Fassung das Rundschreiben an die Mitglieder wieder. Vor allem ging es darin zusammenfassend über den Verlauf und das Ergebnis der Mitgliederversammlung in Wertingen am 09. Mai 2004.

Bericht von der Mitgliederversammlung

Bericht des Schatzmeisters

Der Bestandsverlauf des Vereinsvermögens weist über den Zeitraum 1999 -2004 insgesamt einen sehr positiv Verlaufen aus. Der scheidende Schatzmeister wurde mit großer Mehrheit entlastet.

Bericht des Vorstandes

Der Bericht des 1. Vorstandes Herbert Gründler zeigte auf, dass die nachteilige Änderung des Sprengstoffgesetzes im Jahr 1978 eine gewisse Veranstaltungsmüdigkeit und die schlechte Treibsatzsituation eine Stagnation in den Aktivitäten des Vereins nach sich zogen, die nur mit besonderer Anstrengung zu überwinden war. 

Das Internet und die sich daraus ergebenden Kontakte zu anderen Raketenmodellfliegern und anderen Raketenmodellvereinen boten Möglichkeiten für gemeinsame Veranstaltungen. Die gemeinsamen Bemühungen führten auch dazu, dass ab dem Jahr 2001 neue Raketenmodellantriebe (D-7-3 und Held 5000 neu) von der Fa. Sachsen-Feuerwerk auf den deutschen Markt gebracht wurden. 

Durch den neu verfügbaren T2-Antrieb (Held 5000) stieg wieder die Nachfrage an T2-Lehrgängen und so konnte die RAMOG als staatlich anerkannter Lehrgangsträger in den Jahren 2000, 2001 und 2003 sehr gut besuchte Lehrgänge durchführen. Nachdem im Jahr 2002 ein weiterer wiederaufladbaren T2 -Motor, der BC 125, auf den Markt gebracht wurde, wurden die Lehrgänge um spezielle Wiederladerlehrgänge ergänzt, von denen die ersten beiden im Jahr 2003 durchgeführt wurden. 

Ab dem Jahr 2002 begann die RAMOG nach jahrelanger Pause wieder mit der Durchführung von eigenen Wettbewerben, wobei wir uns auf die wenig zeitaufwendige Höhenflugklasse S1 
spezialisierten. Parallel wurden Versuche durchgeführt, die Klasse S8D (ferngesteuerte Raketengleiter mit D-Motoren) einzuführen.

Ab dem Jahr 2002 übernahm die RAMOG wieder im Auftrag des Deutschen Aero Clubs die Durchführung der Carl-Neubronner-Wettbewerbe, die von der Witwe von Carl Neubronner gesponsert werden. 

Zu anderen öffentlichen Aktivitäten wies der 1. Vorstand auf die Raketenmodellveranstaltungen ohne Wettbewerbe wie die jährlichen Hans-Held-Gedächtnisflugtage in Haid, die beiden Niederrheinischen Flugtage in Kalkar 2003 und 2004 sowie erfolgreiche Modellflugtage mit Raketenvorführungen im Raum Köln hin. Auch an Messeständen in Dortmund und Friedrichshafen hatten sich einige RAMOG-Mitglieder sehr engagiert beteiligt. 

Nach diesem Bericht des 1. Vorstandes, der dazu in Einzelheiten vom 2. Vorstand Erwin Behner ergänzt wurde, stimmte die Mitgliederversammlung mit großer Mehrheit der Entlastung des Vorstandes zu.

Neuwahlen

Bei der anschließenden Wahl des 1. Vorstands bestätigten die Mitglieder den bisherigen 
1. Vorstand Herbert Gründler mit großer Stimmenmehrheit. Gegenkandidaten waren nicht aufgestellt.

Ebenso wurde der 2. Vorstand Erwin Behner mit großer Mehrheit wiedergewählt.

Als neuer Schatzmeister und 3. Vorstand wurde Robert Brunner mit großer Mehrheit gewählt. Gegenkandidaten für die Neuwahl waren nicht aufgestellt.

Der bisherige Schatzmeister hatte nach 19 Jahren Dienstzeit sein Amt zur Verfügung gestellt. 

Auch die Kassenprüfer wurden neu gewählt.

Als neuer Sportreferent stellte sich Udo Behling zur Verfügung.

Carsten Holze, der leider nicht persönlich anwesend sein konnte, übernahm die Position des Nachwuchsbeauftragten.

Anträge

Ein Antrag auf Satzungsänderung (2-jährige Wahlperiode für den Vorstand) wurde eindeutig abgelehnt. Diverse Anträge zur Briefwahl oder vermehrte Stimmübertragungsmöglichkeiten wurden aufgrund der festgestellten erforderlichen Überarbeitung vom Antragsteller zurückgezogen.

Danksagungen

Die im Amt bestätigten Vorstandsmitglieder und der neugewählte Schatzmeister bedankten sich bei den an der Wahl direkt und indirekt beteiligten Mitgliedern für das ausgesprochene Vertrauen. 

Die wiedergewählten Vorstandsmitglieder mit dem neugewählten Schatzmeister als neuem Mitglied des Vorstandes dankt dem ausscheidenden Schatzmeister, der sein Amt seit Gründung der RAMOG, d.h. nunmehr 19 Jahre zum Wohle unseres Vereins und zu aller Zufriedenheit ausgeübt hat. Durch seine beharrliche Sparsamkeit hatten wir in entscheidenden Situationen stets die erforderlichen finanziellen Mittel zur Verfügung, auch wenn im Einzelfall auch einmal größere Investitionen zu bewältigen waren. Er achtete auf einen möglichst niedrigen Mitgliedsbeitrag, der im Vergleich mit anderen Vereinen sehr günstig sein sollte. Dies ist ihm mit seiner Finanzpolitik gelungen. 

Auch den anderen Mitgliedern, die zur Unterstützung der organisatorischen Aufgaben des Verein tätig waren, ist zu danken für die wertvolle Arbeit, für die sie sich mit hohem Engagement eingesetzt haben. Oftmals ging es um undankbare und völlig unspektakuläre Aufgaben, die es zu bewältigen galt. 

Weitere Mitteilungen und Sonstiges

Der neuer Schatzmeister Robert Brunner

Den neueren Mitgliedern ist er persönlich noch nicht so gut bekannt. Robert Brunner ist ein langjähriges Mitglied, hatte aber bisher mehr im Hintergrund gearbeitet, so z. B. als Redakteur unserer früheren Vereinszeitschrift "RAMOG-aktuell" und als der Konstrukteur der Raketenmodellbaubögen. Er hat zugesagt, die solide Finanzpolitik seines Vorgängers fortzusetzen und aufmerksam die Ausgaben zu überwachen. 

So hat er gleich ein Anliegen: Wenn ein Mitglied eine Veranstaltung plant, die finanzielle Belastungen für den Verein bringen kann, so ist es unbedingt erforderlich, diese vorher vom Vorstand und damit auch vom Schatzmeister genehmigen zu lassen, damit die oft kaum beachteten organisatorischen Fragen und Kosten wie z.B. Versicherung, Aufstiegsgenehmigung des Luftamtes, BAM-Ausnahmegenehmigung geklärt werden können. Die Kosten können nicht zu 100 % vom Verein ohne eine zusätzliche Finanzierung, z.B. über Teilnehmergebühren oder Sponsoring, übernommen werden.

Klarstellungen - Was die RAMOG kann und was nicht.

An dieser Stelle sei einmal grundsätzlich dargestellt, dass die RAMOG nicht eine Großorganisation mit der Mitgliederzahl eines Verbandes und unbeschränkten Finanzmitteln ist, sondern ein ganz "normaler" Verein, der lediglich aufgrund langjähriger Tradition und Erfahrung in der Lage ist, manche Aufgaben über den normalen Tätigkeitskreis eines Vereins hinaus wahrzunehmen.

So geht z.B. die Durchführung von T2-Lehrgängen in das Jahr 1973 zurück, lange vor der eigentlichen Gründung der RAMOG. Aus den T2-Lehrgängen ergaben sich intensivere Gesetzeskenntnisse und die Kontakte zu Behörden, die in vielen Fällen Mitgliedern und Nichtmitgliedern hilfreich waren. Viele erfolgreiche Interventionen und aufklärende Aktionen ließen jedoch bei manchen den Eindruck erwecken, dass in jedem Falle ein Anruf vom Vorstand der RAMOG genügen sollte, um jegliche behördliche Bedenken und gesetzliche Hindernisse zur Seite zu räumen.

Auch wäre es kaum Zweckdienlich wenn eine "rote Liste" für Beamte, die es wagten, eine beantragte Genehmigung zu verweigern angelegt würde und gegen diese Beamten dann mit Aufsichtsbeschwerden vorgegangen würde. Die langfristigen Folgen einer derartigen Politik wären nur zu gut vorherzusehen. 

Es kann auch nicht Aufgabe eines gemeinnützigen Vereins sein, aus dessen Finanzmitteln Treibsätze bei der BAM zuzulassen, damit z.B. endlich eine besonders beliebte Marke von US-Antrieben legal erworben werden kann. Dies ist Aufgabe einer Firma und erfordert zudem die Mitwirkung des Herstellers. Es liegt nicht immer nur an Finanzproblemen, wenn eine Zulassung nicht zustande kommt.

Kommunikationswege

Bei zahlreichen Diskussionen im Internet stellte sich heraus, dass sich daran immer nur ein sehr kleiner Teil der Mitglieder beteiligt. Der Vorstand musste in den vergangenen Jahren feststellen, dass die Mehrzahl der Mitglieder trotz zahlreicher Aufrufe und vorhandener technischer Möglichkeiten die Informationsmöglichkeit über das Internet nicht annahm, wenn man von der Möglichkeit der E-Mail mal absieht. 

Als Aufgabe des Vorstandes sehen wir es nach wie vor als unverzichtbar an, zu den herkömmlichen Mitteln der Information in Form von direkt adressierten Rundschreiben zurückzukehren. Natürlich wird die Möglichkeit von E-Mail-Rundschreiben genutzt, wobei Mitglieder ohne E-Mail-Zugang über die normale Briefpost informiert werden. Eine verstärkte Benutzung des internen Forums wäre trotzdem weiterhin wünschenswert.

Zielsetzungen

Für die nächste Zeit haben wir uns als Aufgabe einige bereits begonnene Arbeiten wie z.B. die Erschließung weiterer Aufstiegsmöglichkeiten vorgenommen. Dabei geht es nicht immer nur um die Aufstiegsplätze selbst, sondern auch um die dazu erforderlichen behördlichen Genehmigungen. 

Weiter haben wir aufgrund einiger von uns unterstützter Ansätze Hoffnung auf eine Verbesserung der allgemeinen Motorensituation, wie es uns im Sportbereich durch die Schaffung der Ausnahmeregelung zusammen mit der BAM und unserem Spitzenverband, dem DAeC, schon gelungen ist. Wir werden über diese Aktionen weiter berichten. 

Auch die allgemeine und konkrete Nachwuchsförderung wollen wir wieder verstärken. Als erster Schritt dazu diente auch die Bestellung eines eigenen Nachwuchsbeauftragten, mit dem Konzepte für eine effektive und finanzierbare Nachwuchsarbeit erstellt werden. 

Euer Vorstand
Herbert Gründler, Erwin Behner, Robert Brunner


Nachruf

+ Josef Eisele +

Die Raketenmodellsportgemeinschaft e.V. (RAMOG) trauert um ihren Entwicklungsleiter für Sport-Antriebe und kommissarischen Sportreferenten. Für Josef Eisele war der Raketenmodellsport mehr als eine Freizeitbeschäftigung. Mit seinen Visionen und durch Einführung neuer Klassen wollte er dem Raketenmodellsport wieder zu neuer Aktivität verhelfen und das ist ihm unter internationaler Aufmerksamkeit der FAI gelungen.

Überzeugend auch seine sportlichen Leistungen. So errang er in diesem Jahr knapp 2 Wochen vor seinem Tod noch einmal den Titel eines Deutschen Meisters in der Höhenflugklasse (S1B/P). Doch nicht die eigenen Medaillen und Urkunden standen für ihm dabei in Vordergrund, sondern der Beweis für das Funktionieren seiner Ideen. Die dadurch, nicht nur von im selbst, erreichten sportlichen Erfolge, waren für ihn die wirklich wichtigen Belohnungen für sein Engagement.

Auch in der internationalen Raketenmodellsportlergemeinschaft löste sein Tod große Betroffenheit aus. So sprach z.B. ein polnischer Flug- und Raketenmodellverein von einem großen Schaden nicht nur für die deutschen Raketenmodellsportler sondern für alle Raketenmodellsportler der Welt.

Seine Kenntnisse über Raketenmodellantriebe, die er sich als Autodidakt angeeignet hatte, waren in Fachkreisen anerkannt und respektiert. Doch es ging ihm nicht nur um die Technik, sondern auch um die Menschen, um die Vereinskameraden und seine Freunde. Er war für viele von uns ein immer zuverlässiger und treuer Freund. Wir sehen es als wichtig an, dass nicht nur sein Andenken bewahrt wird, sondern dass seine erfolgreiche Arbeit fortgesetzt wird.

Josef Eisele verstarb überraschend am 17. Juli 2004 im Alter von 52 Jahren.

Die Raketenmodellsportgemeinschaft spricht seiner Frau Karin und seinem Sohn Ralf aufrichtige Anteilnahme aus.



Die sportlichen Ergebnisse der letzten Zeit, die von Josef Eisele noch wesentlich beeinflusst waren, wie z.B. die Ergebnisse der Klassen S1B/P und S1F/P können im Sportbereich nachgelesen werden.


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