last update: 22.06.2012 Ramog e.V.

Gesetzliche Bestimmungen

Feststoff-Raketenmodellantriebe bis zu einem Treibstoffinhalt von 20 Gramm (Klasse P1) dürfen ab einem Alter von 18 Jahren erlaubnisfrei das ganze Jahr über gekauft, transportiert und verwendet werden. Dies trifft nach dem heutigen technischen Stand in Deutschland für die Motorenklassen A bis D zu.

Auch in der Luftverkehrsordnung findet sich die 20-Gramm-Regelung. Demnach dürfen Flugmodelle mit Raketenantrieb (so heißen unsere Raketenmodelle im Gesetzesdeutsch) bis zu einem Treibstoffgesamtgewicht von 20 Gramm erlaubnisfrei „den Luftraum benutzen“. Diese freie Benutzung hat allerdings ihre Grenze am kontrollierten Luftraum in ca. 300 Metern Höhe. Wenn wir höher hinaus wollen, brauchen wir die Erlaubnis der Flugverkehrskontrolle.

Ganz erlaubnisfrei geht es auch unter 20 Gramm Treibstoff nicht ab. Wir brauchen immer (!) die Erlaubnis des Grundstückseigentümers, wenn wir seine gute Wiese benutzen wollen.

Erlaubnis nach §27 SprengG - Der "P2"-Schein

oder: Erlaubnis zum Umgang mit Raketenfeststoffantrieben mit mehr als 20 Gramm Festtreibstoff

Wer einen antriebsstärkeren Raketenmodellflug anstrebt, kann ab dem Mindestalter von 21 Jahren einen Lehrgang absolvieren, der mit der Fachkundeprüfung nach § 9 des Sprengstoffgesetzes abschließt. In diesem Lehrgang, den die RAMOG e.V. als staatlich anerkannter Veranstalter durchführt, vermitteln wir das notwendige Wissen zum Bau und Flug von größeren Raketen und stellen durch eine staatlich überwachte Prüfung sicher, dass jeder Prüfling die nötige Fachkunde erreicht hat. Die Kosten für den dreitägigen Lehrgang mit Prüfung betragen zur Zeit ca. 220 Euro. Hierzu kommen noch die persönlichen Reisekosten, sowie die Unterbringungs- und Verpflegungskosten.

Mit dem Prüfungszeugnis kann eine Erlaubnis nach § 27 Sprengstoffgesetz beim örtlich zuständigen Gewerbeaufsichtsamt, Ordnungsamt oder Amt für Arbeitsschutz beantragt werden. Wenn man diese Erlaubnis in Händen hat, können die größeren Antriebe erworben, transportiert, gelagert und „verwendet“ werden. Auch Bündelung und mehrstufige Raketenflüge sind dann möglich. Die Erlaubnis nach § 27 Sprengstoffgesetz, ermöglicht aber nicht das eigene Herstellen von Treibstoffen, kompletter Motoren oder gar „Sprengstoff“. Die verwendeten Motoren müssen also nach wie vor durch die Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM) in Deutschland zugelassen sein.

Für die eigentlichen Flüge von Raketenmodellen mit mehr als 20 Gramm Treibstoffinhalt brauchen wir zusätzlich eine luftfahrtrechtliche Erlaubnis von der Luftfahrtbehörde des Landes (die Flugsicherung wird von dort in das Verfahren eingeschaltet). Diese Erlaubnis der Luftfahrtbehörde wird allerdings nicht benötigt, wenn man seine Rakete auf einem Modellflugplatz startet, welcher bereits für Raketenaufstiege zugelassen ist (leider noch die große Ausnahme).

Immer notwendig und sehr sinnvoll für größere (und auch kleinere) Raketen ist eine Luftfahrt-Haftpflichtversicherung, die das immer bestehende Risiko eines Unfalles abdeckt. Diese kann im Rahmen einer Vereinsmitgliedschaft (bei einer ordentlicher Mitgliedschaft in der RAMOG e.V. ist diese im Vereinsbeitrag mit einer Deckungssumme von 3,00 Mio. Euro bereits enthalten) erworben werden.

Vorraussetzungen zur Lehrgangsteilnahme:

1. Mindestalter 21 Jahre
2. körperliche Eignung
3. Zuverlässigkeit d.h. frei von einschlägigen Vorstrafen
4. Erfahrung im Raketenmodellbau

Für die Teilnahme an einem Lehrgang bei der RAMOG ist eine entsprechende Voranmeldung beim Vorstand nötig.

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